20.12.2025 – Letzte Woche Mittwoch ging endlich unsere Reise nach Mombasa an die Küste los. Wir haben der Reise sehr entgegengefiebert und uns riesig gefreut, dass es endlich losgeht. Am Vorabend haben wir unsere Sachen zusammengesucht und gepackt, denn am Mittwoch klingelte der Wecker schon um vier Uhr. Als er losging, fragte man sich erstmal, ob es das wirklich wert ist. Ich kann aber schon vorwegnehmen: Ja, es hat sich auf jeden Fall gelohnt.
Der Zug von Nairobi fuhr zwar erst um acht Uhr los, abgeholt wurden wir aber schon um fünf Uhr morgens. Die Fahrt zum Bahnhof dauerte etwa eine Stunde. Dort angekommen begannen direkt die Sicherheitskontrollen. Wenn ich daran denke, dass ich zuhause meistens nur wenige Minuten vor Abfahrt am Bahnhof bin, merkt man schnell, dass das hier ganz anders läuft. Wir mussten ungelogen durch vier oder fünf Kontrollen. Mal wurden wir selbst gescannt, dann unser Gepäck und auch Drogenspürhunde waren im Einsatz. Die Kontrollen waren tatsächlich noch strenger als an Flughäfen. Zum Glück kamen wir und unser Gepäck problemlos durch und pünktlich um acht Uhr fuhr der Zug ab.

Dann standen erstmal sechs Stunden Zugfahrt auf dem Plan. Das klingt nach viel Langeweile, ist es aber gar nicht. Man fährt durch zwei Nationalparks und kann dabei unglaublich viele Tiere sehen. Relativ schnell entdeckten wir Giraffen, Zebras und viele weitere Tiere. Sehr erstaunt waren wir, als der Zug auf die Minute genau in Mombasa ankam. Man hatte uns zwar vorgewarnt, dennoch waren wir überrascht von der Hitze, die uns dort erwartete. In Nairobi hatten wir meist etwas über 20 Grad, was sehr angenehm ist. In Mombasa waren es dann über 30 Grad und dazu noch sehr schwül. Den Unterschied hat man sofort gemerkt.
Zuerst fuhren wir zu unserem Airbnb, das leider nicht ganz so gut gelegen war wie gedacht. Nach kurzem Auspacken gingen wir direkt zum Strand, der nur fünf Minuten entfernt war. Dort wurden wir jedoch gleich gewarnt, dass die Gegend nicht besonders sicher sein soll, weshalb wir nur einmal dort waren. Abends bestellten wir Essen, wobei die Lieferung leider ganze vier Stunden dauerte. Irgendwann satt fielen wir dann ins Bett. Nachts war es sehr warm, trotzdem schliefen wir gut. Bis genau fünf Uhr. Dazu muss man sagen, dass Mombasa sehr muslimisch geprägt ist und um fünf Uhr morgens zum Gebet gerufen wird. Da wir das so nicht kannten, haben wir uns erstmal erschreckt, gewöhnten uns aber schnell daran.

Nach ein paar weiteren Stunden Schlaf fuhren wir nach Diani Beach. Dort erwartete uns ein traumhafter Strand. Weißer Sand, türkises Wasser und perfekte Bedingungen zum Entspannen sorgten für einen wunderschönen Strandtag. Am Freitag erkundeten wir dann Mombasa. Die Stadt kann man sich wie eine Insel vorstellen, weshalb wir zuerst mit einer Fähre übersetzen mussten. Die Fahrt dauerte nur wenige Minuten, allerdings waren mehrere hundert Menschen an Bord und es war sehr eng und warm. Danach ging es in die Altstadt, wo wir uns die Kultur anschauten und Souvenirs kauften, soweit das bei der Hitze möglich war.
Am Samstag stand dann mein 20. Geburtstag an, auf den ich mich schon sehr gefreut hatte. Die anderen machten den Tag wirklich besonders. Morgens wurde ich mit einem kleinen Frühstück geweckt und bekam Geschenke, worüber ich mich sehr gefreut habe. Ich hatte mir gewünscht, den Tag wieder am Strand zu verbringen und genau das haben wir auch gemacht. Es fühlte sich zwar etwas komisch an, seinen Geburtstag unter Palmen zu feiern, wenn man das sonst immer in der Kälte tut, aber es war trotzdem etwas ganz Besonderes. Auch wenn ich meine Familie und Freunde an diesem Tag sehr vermisst habe, war es ein unvergesslicher und schöner Geburtstag. Abends gingen wir noch Sushi essen, was einen perfekten Abschluss darstellte.
Am Sonntag machten wir einen Schnorchelausflug. Schon während der Bootsfahrt konnte man viel sehen, da das Boot einen Glasboden hatte. Wir entdeckten viele verschiedene Fische und auch Seesterne. Das war eine tolle Erfahrung, die uns sehr viel Spaß gemacht hat. Am Montag war dann leider schon unser letzter Tag. Wir genossen die Zeit noch einmal und verbrachten den Tag in Mombasa. Abends packten wir bereits unsere Sachen, denn am nächsten Morgen ging es wieder früh los.
Um sechs Uhr holte uns unser Uber-Fahrer ab, der uns die ganze Woche begleitet hatte. Lustig war, dass er ein HSV-Shirt trug. Der Mann weiß auf jeden Fall, was gut ist, auch wenn er den HSV gar nicht kannte. Nach den erneuten Sicherheitskontrollen am Bahnhof und der Belagerung durch zahlreiche Verkäufer, die ihre Restaurants anpriesen, fuhr der Zug wieder pünktlich um acht Uhr ab. Wir waren gespannt, welche Tiere wir diesmal sehen würden. Nach etwa einer Stunde entdeckten wir eine riesige Elefantenherde. Das war mehr als beeindruckend. Kurz darauf sahen wir noch mehr Elefanten sowie Giraffen und andere Tiere. Dass man hier solche Tiere sehen kann, ist wirklich etwas Besonderes, vor allem wenn man sich zuhause schon freut, wenn man mal ein Reh im Vorbeifahren entdeckt.
Wieder zuhause hieß es erstmal auspacken und richtig ankommen. Am Mittwoch waren wir bereits wieder im Alltag und zurück im Heim. So schön die Zeit in Mombasa und vor allem am Strand war, freuten wir uns auch sehr darauf, die Kinder wiederzusehen und sie sich genauso auf uns. Nächste Woche ist schon Weihnachten und dazu gibt es im Heim immer eine riesige Feier. Mehrere hundert Menschen kommen zusammen, auch von der Straße, um eine warme Mahlzeit zu bekommen und für ein paar Stunden den Stress zu vergessen. Die Vorbereitungen dafür beginnen nächste Woche und wir freuen uns schon sehr darauf. Davon berichte ich dann beim nächsten Mal.
06.12.2025 – Wie bestimmt schon aufgefallen ist, erscheinen hier in letzter Zeit eher weniger Beiträge. Das liegt einerseits daran, dass der Alltag im Kinderheim sehr ähnlich ist und nur selten abweicht, wenn zum Beispiel einmal ein Besucher kommt. Andererseits habe ich am Wochenende auch weniger Zeit zu schreiben, weil wir viel unternehmen. Wir nutzen die Nähe zu Nairobi sehr und sind eigentlich jedes Wochenende dort unterwegs.
Freya und ich waren zum Beispiel auf dem KCC Tower. Was ursprünglich als Seminargebäude genutzt wurde, ist heute ein toller Aussichtsturm, von dem man über die ganze Stadt bis zum Nationalpark Nairobi schauen kann.

Außerdem gehen wir auch gerne abends aus. Wir hatten Schüler der deutschen Schule kennengelernt und treffen sie nun regelmäßig. Letzten Donnerstag waren wir zum Beispiel in der deutschen Schule zu einem Filmabend eingeladen. Dort haben wir „Kevin – Allein zu Haus“ geschaut. Den Film kannten wir zwar schon, trotzdem war es ein tolles Erlebnis, denn alles fand draußen unter freiem Himmel statt.

Zum Nikolaus haben die Kinder natürlich auch etwas bekommen. Sie haben sich sehr gefreut, dass der Nikolaus extra nach Kenia gereist ist.

16.11.2025 – Kurzer Nachtrag zum letzten Beitrag: Die Feldarbeit war echt noch schlimmer als gedacht. Wir waren sowieso schon total müde, weil wir so früh aufstehen mussten und dann haben wir uns auch noch einen richtig fiesen Sonnenbrand geholt. Nach ein paar Stunden in der prallen Sonne ging wirklich gar nichts mehr und wir sind zurück nach Hause gefahren. Zum Glück mussten wir sowieso unsere ganzen Sachen packen, weil wir eigentlich um 15 Uhr abgeholt werden sollten. Dass sich die Abfahrt dann um fünf Stunden verzögert hat, konnten wir ja nicht ahnen. Wobei man es bei der kenianischen Pünktlichkeit vielleicht hätte erwarten können.
Abgeholt wurden wir aber nicht direkt am Haus, weil es davor so stark geregnet hatte, also durften wir erstmal noch zehn Minuten durch Matsch und Dunkelheit stapfen, um zum Auto zu kommen. Nach diesem Tag und der Fahrt zurück nach Kibiku bzw. Nairobi waren wir komplett durch und sind einfach direkt ins Bett gefallen.
Am nächsten Tag haben wir erstmal richtig ausgeschlafen und unser neues Zimmer eingerichtet. Wir wohnen jetzt wieder in dem Haus, in dem wir auch die ersten Tage in Kenia verbracht haben. Seit wir hier sind, sind wir eigentlich jeden Tag unter der Woche und auch öfter mal am Samstag im Kinderheim. Nach der eher langweiligen Zeit in Gilgil ist hier viel mehr los. Die Arbeit mit den Kindern macht uns auch einfach viel mehr Spaß als die Feldarbeit.
Letztes Wochenende waren wir dann in Nairobi unterwegs und haben uns das Nationalmuseum angeschaut. Da konnten wir nochmal mehr über die Geschichte Kenias und die Tierwelt lernen. Zur Feier des Tages, dass wir vier deutschen Mädels endlich wieder vereint sind, sind wir danach noch lecker essen gegangen.

Die Woche über waren wir wieder jeden Tag im Kinderheim und hatten auch da richtig viel Spaß. Am Freitagabend wurden wir dann von der deutschen Botschaft eingeladen, um das Ende des deutsch kenianischen Freundschaftsmonats zu feiern. Wir hatten uns schon total darauf gefreut und wurden wirklich nicht enttäuscht. Die Feier fand im alten Railway Museum in Nairobi statt. Alles war super schön dekoriert und es gab richtig viele deutsche Spezialitäten wie Bratwurst, Schnitzel oder Bier.

Außerdem haben wir dort andere Jugendliche kennengelernt, die hier auch einen Freiwilligendienst machen und deutsche Schüler, die hier ihr Abitur absolvieren. Es war total schön neue Leute zu treffen und wir sind später sogar noch gemeinsam weitergezogen.
03.11.2025 – Wie schon angekündigt, ging es am Freitag endlich los – unsere Reise nach Nakuru stand an! Zuerst fuhren wir wie immer mit dem Bodaboda nach Gilgil und stiegen dort in ein Matatu Richtung Nakuru. Die Fahrt verlief erstaunlich reibungslos, auch wenn es immer wieder ein kleines Abenteuer ist, rechtzeitig zu sagen, wann man aussteigen möchte – feste Haltestellen gibt es hier ja nicht. Aber wir haben das super gemeistert, und nach einem kurzen Fußweg standen wir schließlich vor unserem Airbnb.

Schon beim Buchen hatten wir gesehen, dass die Unterkunft gut bewertet war und eine tolle Lage haben sollte, aber in echt war sie noch besser. Im Vergleich zu unserem derzeitigen Zuhause wirkte alles richtig modern – und der Ausblick vom Schlafzimmer und Balkon auf den Lake Nakuru war einfach traumhaft! Nach dem Auspacken ging’s direkt mit dem Uber in die Stadt. Dort haben wir erst einmal lecker gegessen und sind anschließend noch ein bisschen durch ein Einkaufszentrum gebummelt.

Eigentlich wollten wir den Abend gemütlich mit einem Film ausklingen lassen, aber dann kam eine Nachricht von unserem Safariguide, Mr. Davie: Er würde uns am nächsten Morgen schon um sechs Uhr abholen. Wir wussten zwar, dass eine Safari früh startet, aber es schwarz auf weiß zu lesen, hat uns dann doch etwas geschockt. Den Film konnten wir uns also abschminken – stattdessen ging’s ab ins Bett. Zumindest war das der Plan. Leider konnten wir beide überhaupt nicht einschlafen. Ob es am Kaffee lag (unser erster seit Ewigkeiten!) oder einfach an der Aufregung, wissen wir bis heute nicht. Jedenfalls war die Nacht kurz und unruhig.
Gegen vier Uhr beschlossen wir, einfach aufzustehen. So konnten wir wenigstens in Ruhe frühstücken und uns fertig machen. Mit kaum zwei Stunden Schlaf im Körper starteten wir also in unser Safari-Abenteuer. Der Weg zum Nationalpark war zum Glück kurz, und nach einer kleinen Wartezeit – natürlich mit einem weiteren Kaffee – ging es endlich los. (Ja, ich hatte leichte Bedenken, dass ich am Abend wieder nicht schlafen kann…)
Da es meine erste Safari überhaupt war, hatte ich keine großen Erwartungen. Aber schon nach fünf Minuten stand das erste Highlight vor uns: ein Löwe! Mr. Davie bekam über Funk einen Tipp, bog in einen anderen Weg ein – und plötzlich kam der Löwe direkt auf uns zu. So nah hätten wir nie gedacht, einem Löwen zu begegnen! Damit war das erste Tier der „Big Five“ schon mal abgehakt. Kurz darauf sahen wir Büffel und eine große Gruppe Nashörner. Außerdem begegneten uns Affen, Zebras und unzählige bunte Vögel. Es war einfach beeindruckend – so viele Tiere, so nah, so lebendig.
Mittags waren wir dann natürlich völlig erschöpft. Nach einem schnellen Essen fuhren wir zurück ins Airbnb, ließen einfach mal die Seele baumeln und genossen das WLAN. Die Nacht war diesmal deutlich besser, und am nächsten Morgen konnten wir auf dem Balkon frühstücken – mit Blick auf den See und, als kleines Extra, einer Affenfamilie direkt vor uns auf der Mauer, inklusive Baby!

Alles in allem war es ein perfektes Wochenende. Die Safari war ein unvergessliches Erlebnis, und auch der Rest der Zeit in Nakuru hätten wir nicht schöner verbringen können. Auf der Rückfahrt nach Gilgil hat es zwar in Strömen geregnet, aber ein freundlicher Mann hat uns kurzerhand seinen Regenschirm geliehen – das hat unsere gute Laune natürlich nicht getrübt.
Weniger begeistert sind wir allerdings von dem, was uns morgen erwartet: die Maisernte. Die startet nämlich schon um sechs Uhr früh. Also heißt es für mich jetzt – Schluss mit dem Romanschreiben, sonst schaffe ich das Aufstehen um fünf nicht!
Bis zum nächsten Mal! 🌅🐘
26.10.2025 – In den letzten 14 Tagen war es hier etwas ruhiger. Das lag einerseits daran, dass nicht sehr viel passiert ist und andererseits daran, dass wir leider keinen Strom hatten, um unsere Handys und alle anderen Geräte aufzuladen. Glücklicherweise hatten wir Licht – das war schon mal die halbe Miete.
Nach einem Kabelbrand bei uns im Haus funktionierte die Batterie nicht mehr und der Strom konnte nicht gespeichert werden. Der Brand war direkt in unserem Wohnzimmer, aber zum Glück ist er schnell aufgefallen und niemandem ist etwas passiert. Nachdem vor ein paar Tagen ein Elektriker hier war und alles repariert hat, müssen wir unsere Geräte nun nicht mehr bei der Kirche oder bei den Nachbarn aufladen.
Letzten Donnerstag war dann auch der erste Ferientag hier und die Kinder mussten nicht mehr zur Schule. Meine ersten Ferientage waren früher immer ruhig und entspannt – hier sieht das etwas anders aus. Die Kinder konnten sich nicht ausruhen, sondern mussten gleich bei der Maisernte mithelfen. Da es hier keine modernen Maschinen gibt, die das Ernten fast alleine übernehmen, muss noch richtig mit angepackt werden. So standen wir also mit ungefähr 20 Kindern auf dem Feld und haben den Mais per Hand geerntet. Keine besonders angenehme Arbeit, aber Spaß gemacht hat es trotzdem.
Uns wurde dann gesagt, dass auch am Freitag wieder Ernte auf dem Plan steht. Mental waren wir darauf vorbereitet und bereit, wieder loszulegen. Am Morgen gab es dann jedoch eine Planänderung. Wir wurden auf eine kleine Wanderung mitgenommen. Es wurde uns nicht genau gesagt, wohin wir gehen würden. Nach etwa 1,5 Stunden Fußmarsch kamen wir schließlich an einem anderen Feld an. Dort sollten wir Kürbisse ernten. „Ein paar Kürbisse“ war allerdings etwas übertrieben. Am Ende war es ein einziger kleiner Kürbis, der auch schon ein Loch hatte. Heute haben wir ihn gegessen und er war tatsächlich ganz lecker.
Da muss man sich aber fragen, ob er den Rückweg wirklich wert war. Denn kaum hatten wir uns auf den Heimweg gemacht, begann es zu regnen. Nicht so ein leichtes Tröpfeln, wie man es von zu Hause kennt, sondern ein richtiger Wolkenbruch. Wie Tokio Hotel so schön sagt: „Ich muss durch den Monsun“, und genau so haben wir uns gefühlt. Der Rückweg dauerte dann gut 2,5 Stunden. Wir können aber stolz auf uns sein, denn wir sind nicht hingefallen, obwohl der Weg durch den Matsch glatt wie eine Eisbahn war. Als wir endlich zu Hause ankamen, waren wir nass bis auf die Knochen. Da hatte man sich das Bett wirklich verdient, auch wenn es erst Nachmittag war. Nach ein paar Stunden Schlaf waren wir dann auch wieder warm.
Am Samstag kamen noch einmal ein paar Kinder vorbei, um sich zu verabschieden, da wir bald zurück nach Nairobi fahren und sie bis Januar nicht mehr sehen werden.
Ich hatte ja bereits in einem Beitrag davon berichtet, dass hier viele Kinder nicht zur Schule gehen können, weil die Eltern das Schulgeld nicht aufbringen können. Noch dazu laufen viele Schüler mit kaputten oder falschen Uniformen herum. Es ist wirklich sehr traurig, wenn man das alles hautnah mitbekommt.
Deshalb ist es Freya und mir sehr wichtig, dass wir etwas ändern. Daher haben wir einen Spendenaufruf gestartet. Insgesamt werden 5.000 € benötigt. Die Summe setzt sich aus dem fehlenden Schulgeld und neuen Schuluniformen für die Schüler zusammen.
Die Kinder, die von den Spenden profitieren, haben es wirklich dringend nötig. Ich möchte deshalb gerne zum Spenden aufrufen. Auch kleine Beträge machen hier schon einen Unterschied und helfen uns weiter. Die Kinder – und auch wir – würden uns sehr darüber freuen, wenn ihr es ermöglicht, dass sie eine Zukunft haben, die gute Bildung beinhaltet.
10.10.2025 – Am letzten Wochenende haben Freya und ich uns gewagt, mit dem Matatu drei Stunden nach Nairobi zu fahren. Die Reise ging spannend los, denn wir mussten erstmal mit dem Bodaboda, also dem Motorrad, nach Gilgil fahren. Man könnte meinen: „Hä? Das ist doch nichts Neues mehr für euch?“ Dem muss ich natürlich zustimmen, aber der Unterschied war das Gepäck. Wir hatten einen riesigen Reiserucksack mit. Auch wenn wir nur drei Tage faktisch weg waren, hatten wir einiges an Sachen mitzunehmen. Es saß sozusagen noch eine Person mehr auf dem Bodaboda. Naja, alles kein Problem – nach einer kurzen, aber doch sehr holprigen Fahrt konnten wir ins Matatu einsteigen. Danke an Georgie, den Bodaboda-Fahrer, der ein sehr komfortables für uns ausgesucht hat.

Nach ungefähr zwei Stunden sind wir schon nah am Ziel gewesen, mussten nur noch einen Highway zu Fuß überqueren und ins nächste Matatu steigen. Eine kurze Zeit später waren wir endlich in Kibiku angekommen, wo wir dann die nächsten Nächte geschlafen haben. Hunger und eine gewisse Müdigkeit haben uns geplagt, aber wir wurden direkt bestens umsorgt. Am Abend haben wir dann noch die anderen deutschen Freiwilligen wiedergesehen und viel gequatscht.
Am Samstagmorgen sind wir beide dann mit dem Bus nach Nairobi gefahren. Die Fahrt hat ungefähr 40 Cent pro Person gekostet – war also echt günstig für 30 Minuten Fahrt. In Nairobi angekommen, haben wir erstmal wieder Pizza und anderes westliches Essen gegessen. Nach zwei Monaten ohne Essen, das man von zuhause kennt, war das sehr gut. Wir haben uns noch ein wenig Nairobi angeguckt und sind dann, bevor es dunkel wurde, wieder in Kibiku gewesen.
Am Sonntag sind wir dann auch wieder mit dem Bus nach Nairobi und haben uns mal die großen Shoppingcenter angeschaut. Außerdem waren wir auf einem Art-Massai-Markt, wo viele Massai-typische Dinge verkauft wurden. Weil wir dort die einzigen Weißen waren, wurden wir sehr belagert und mussten echt in jeden Shop einmal. Natürlich wurden fast überall die gleichen Dinge verkauft, aber interessant war es trotzdem. Auch am Sonntagabend sind wir sehr müde wieder ins Bett gefallen.
Am Montagvormittag haben wir dann unsere Rückreise angetreten. Diesmal war leider kein Georgie da, der uns ein komfortables Matatu aussucht. So mussten wir selber auf die Suche gehen und haben leider nur etwas ältere gefunden, bei denen wir schon wussten, dass es statt zwei Stunden mindestens vier dauern wird. Naja, wie befürchtet hat die Fahrt doppelt so lang gedauert, aber auch das war nicht schlimm. Man hatte auf dem Weg eine sehr schöne Aussicht, und man konnte Zebras sehen. Wieder in Gilgil wurden wir schon erwartet, und wir waren glücklich, wieder da zu sein – auch wenn uns das Großstadtleben sehr gut gefällt.

Mitte der letzten Woche wurden wir auch noch zu einem Gemeindetreffen eingeladen, um uns dort vorzustellen. Dort wurden wir sehr herzlich empfangen. Ich hatte nicht so wirklich eine Vorstellung davon, wie man sich hier ein Gemeindetreffen vorstellen kann. Dass sich aber einfach viele Menschen ausgelassen auf einer Wiese treffen, dort reden und alles besprechen, das hätte ich nicht unbedingt gedacht. Es ist aber eine gute Erfahrung, hier alles mal mitzukriegen und ein Teil der Gemeinschaft zu sein. Ein größeres Fest soll wohl auch noch folgen. Wir freuen uns.
29.09.2025 – Am Wochenende sind die anderen deutschen Mädchen zu uns gekommen, die diesen Freiwilligendienst mit uns machen. Diesem Besuch haben wir schon lang entgegengefiebert, denn das hat bedeutet, dass wir endlich zum Lake Naivasha fahren.
Am Samstag war es soweit und wir haben uns auf dem Weg zum See gemacht. Schon auf der ungefähr einstündigen Autofahrt dorthin konnten wir die ersten Tiere sehen. Unter anderem standen Gazellen, Zebras und Affen am Straßenrand – eine Sache, die man sich in Deutschland niemals vorstellen kann.
Als wir dann am See angekommen waren, sind wir dort in ein Boot gestiegen und haben eine kleine Rundfahrt gemacht, um die Natur und die Tiere zu sehen. Ganz viele Flusspferde und verschiedene Vogelarten sind uns über den Weg gekommen. Auf dem Lake Naivasha befindet sich eine kleine Insel. Diese war früher noch zu Fuß oder mit dem Auto erreichbar, doch heute kann man davon nur noch etwas erahnen, durch die ganzen Baumstümpfe, die aus dem Wasser ragen.

Der See breitet sich immer weiter aus und so musste uns das Boot zur Insel bringen. Dort angelangt haben wir die Insel zu Fuß erkundet. Sehr schnell sind uns wieder Zebras und Gazellen über den Weg gekommen.

Nach einem kurzen Weg konnte man dann auch einen langen Hals hinter ein paar Büschen erkennen. Hinter den Büschen stand dann eine riesige Giraffe. Auf die große Giraffe folgte auch noch eine kleinere, die noch sehr jung sein muss.

Nach der kurzen positiven Aufregung und einem langen Spaziergang, konnte man noch mehr Flusspferde an Land sehen und auch einen Strauß, der uns deutlich zu nah gekommen ist.


24.09.2025 – Heute mal ein ernsteres Thema: In den letzten Tagen ist uns aufgefallen, dass weniger Kinder als sonst zum Mittagessen kommen – und manche nicht mehr ihre Schuluniform tragen. Als wir nachfragten, erfuhren wir den Grund: Mitte September waren die Schulgebühren fällig. Viele Familien konnten den Betrag nicht aufbringen, und deshalb dürfen ihre Kinder nun nicht mehr zur Schule gehen.
Bei Gesprächen mit den Kindern wurde uns deutlich, wie sehr sie sich wünschen, zur Schule gehen zu können. Für sie bedeutet Bildung nicht nur Wissen, sondern auch Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Besonders nachdenklich macht uns, dass es oft vergleichsweise kleine Beträge sind, die darüber entscheiden, ob ein Kind lernen darf oder nicht. Für uns mögen sie gering erscheinen – für die Familien hier sind sie jedoch eine große Hürde.
Diese Beobachtungen haben uns noch einmal vor Augen geführt, wie fragil der Zugang zu Bildung sein kann und wie entscheidend er für die Lebenswege der Kinder ist. Wir wollen daran etwas ändern, weil es unserer Meinung nach nicht sein kann, dass Kinder nicht zur Schule gehen. Deshalb wollen wir ein kleines Projekt aufbauen und einen separaten Spendenlink einrichten. Weitere Informationen folgen in Kürze.
15.09.2025 – Gestern, also am Sonntag, waren wir das erste Mal mit in der Kirche. Die Kirche hat hier einen besonderen Stellenwert. Nachdem wir die ersten drei Wochen noch um den Kirchgang drumherum gekommen sind, mussten wir gestern mal mit. Nicht, dass wir uns davor mit Händen und Füßen gewehrt haben, aber die Lust war ehrlich gesagt eher gering.
Die Kirche fängt hier eigentlich schon um 8 Uhr an, aber wir sind mit unserer Gastschwester Ruth erst um 11 Uhr dort aufgekreuzt. Was tatsächlich auch vollkommen in Ordnung ist, weil jeder immer willkommen ist. Von weitem hat man die Kirche schon gehört oder besser gesagt die Kirchen, denn die gibt es hier reichlich. Man kann sie sich nicht wie Kirchen zuhause vorstellen, da hier eher kleine Häuser aus Wellblech gemeint sind.
Als wir dann angekommen sind, haben wir uns erst einmal still nach hinten gesetzt. Natürlich sind wir schnell aufgefallen und mussten uns vorne erst einmal vorstellen. Wir wurden super herzlich begrüßt und aufgenommen. Der Gottesdienst an sich ging dann ungefähr bis 13 Uhr. Danach wurde noch der typische Tee mit Milch getrunken und alle haben miteinander gequatscht. Wenn sich jemand hier fragt, wie der Tee ungefähr schmeckt, dann kann ich sagen: nach flüssigem Diabetes. Gefühlt wird auf einen Liter Tee ein halbes Kilo Zucker verwendet. Naja, man kommt wohl nicht drumherum.
Uns wurde sehr oft gesagt, wie sehr sie sich freuen, dass wir da waren und unbedingt wiederkommen sollen. Das werden wir natürlich auch machen und das nicht nur, weil wir jeden Tag gefragt werden, ob wir denn wieder mitkommen wollen. Zur Feier des Tages wurden dann abends noch zwei Hühner geschlachtet. Darauf habe ich sehr gern verzichtet, auch wenn die Hühner sonst eher auf die Nerven gehen.

Die letzten Tage waren weniger aufregend. Deshalb wollten Freya und ich mal wieder die nächstgelegene Stadt besuchen. Die heißt Gilgil und ist zu weit weg, um zu Fuß dahin zu gehen.
Wir mussten also das Bodaboda nehmen. Das Bodaboda ist eine Art Moped und fährt nicht besonders schnell, aber immerhin über 30 km/h. Unsere Gastmutter, Mama Victor, hat den Bodaboda-Fahrer gerufen. Als der kam, haben wir uns gewundert, wo denn das zweite Moped bleibt. Wir hatten so schon genug Respekt davor, auf den holprigen Straßen damit zu fahren, und dann saßen wir auch noch zu dritt auf einem.Nachdem der erste Schreck vorüber war, konnten wir die Fahrt sogar genießen und wollen am liebsten überall mit dem Bodaboda hinfahren.
Wir hatten dann ein wenig eingekauft, als wir in Gilgil waren. Wir freuen uns immer noch, dass das Obst hier so günstig ist. Um das vielleicht ein bisschen einzuordnen: Zwei Mangos kosten ca. 50 ct und eine Avocado 20 ct. Das absolute Paradies.
Zurück kam unser Bodaboda-Fahrer auch wieder zum Einsatz und wir waren vor dem großen Regen wieder zuhause. Man mag es kaum glauben, aber es regnet jeden Tag hier und das echt nicht wenig. Vielleicht läuft deshalb die Landwirtschaft so hervorragend.
30.08.2025 – Vor knapp einer Woche hieß es für Freya und mich dann wieder Koffer packen. Nach einer Woche in Kibiku sind wir zusammen nach Gilgil gezogen. Dort liegt der zweite Standort vom Childrens Hope Home. Ab sofort helfen wir dort aus. Dieser Ort ist doch sehr ländlich gelegen, also auf deutsch gesagt in der „Pampa“. Dafür darf man jeden Abend einen traumhaften Sonnenuntergang vor dieser Kulisse sehen.
Anders als beim anderen Standort leben die Kinder hier nicht, sondern kommen nur Mittags aus der Schule, um zu essen. Wir helfen bei den Essensvorbereitungen, beim Abwaschen und was sonst noch so auf dem Hof anfällt. Hier gibt es viele Tiere, wie Hunde, Hühner und auch zwei Kühe, die gerne gekrault werden.
Man könnte meinen, dass ich nicht nur einen Haushalt, sondern auch einen ganzen Bauernhof danach führen könnte. Wer hätte denn gedacht, dass ich mal Kartoffeln anpflanze oder ein Feld bepflüge.

23.08.2025 – Wenn wir abends wieder nach Hause kommen, dann riecht es schon immer nach gutem Essen. Hier zum Beispiel konnten wir beim Chapati ausrollen helfen. Chapati haben einen pizzaähnlichen Teig und werden in Öl angebraten. Sie sind typisch kenianisch und werden sehr oft gemacht. Was es neben Chapati und Reis auch noch oft gibt, ist Ugali. Das ist eine Art fester Brei aus Maismehl. Die Zubereitung ist sehr kraftintensiv und man benötigt viel Willenskraft, weil sich das Umrühren als widerspenstig herausstellt.
In dieser Bilderreihe kann man einen Teil unserer Aufgaben sehen. Ein großer Teil ist natürlich das Abwaschen. Es gibt natürlich keinen Geschirrspüler, dafür sehr viel Geschirr. Es klingt erstmal dramatischer als es ist, denn abwaschen kann sogar Spaß machen, wenn man nebenbei Swahili Unterricht bekommt. Noch tue ich mich etwas schwer mit der neuen Sprache, aber es wird langsam besser.
Eine weitere Aufgabe, die jeden Tag auf uns wartet ist das Sortieren von Bohnen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich jemals sagen werde, dass ich mich freue, wenn wir mal Mais sortieren dürfen. Das Sortieren ist wohl eine „never ending story“ und es kommt immer neuer Nachschub.
Auf dem letzten Bild ist eine typische Mittagsmahlzeit zu sehen. Ganz viel Gemüse, heute Brokkoli und ganz ganz viel Reis. Man muss bedenken, dass wir noch kleine Portionen bekommen, also die Kinder kriegen Riesen Portionen, die aber immer fleißig aufgegessen werden. Naja irgendwo muss ja die Energie zum Toben herkommen.
Das ist das Eingangstor vom Childrens Hope Home. Wenn man das sieht, dann weiß man gleich, dass sich dort ein zuhause für Kinder verbirgt. Das zweite Bild zeigt einen Teil des Hofes. Ein paar Kinder, die gerade spielen sind auch zu sehen. Im Hintergrund kann man die frisch gewaschene Wäsche der Kinder sehen und das ist noch längst nicht alles.

19.08.2025 – Unsere ersten Tage: Am Samstag sind wir gegen sechs Uhr am Jomo Kenyatta International Airport in Nairobi gelandet. Nach ungefähr 14 Stunden Reise, mit kurzem Aufenthalt in Amsterdam, sind wir endlich in Kenia angekommen. Die erste Fahrt nach Kibiku, dem Ort an dem wir wohl jetzt erstmal leben, war holprig und hat uns eine kleine Vorahnung gegeben, wie der Straßenverkehr in Nairobi abläuft. Ich sag mal so, es ist etwas anders als in Deutschland und wir sind uns nicht sicher, ob überhaupt jemand einen Führerschein gemacht hat. In Kibiku wurden wir herzlichst empfangen und haben unseren ersten Tee bekommen. Seitdem gab es nichts anderes mehr zum Trinken. Aber ich muss sagen: Tee mit Milch und 100 Kilo Zucker schmeckt besser, als man denkt. Wir vier Mädchen wurden auf jeweils zwei Zimmer aufgeteilt. Nach einer Woche Seminar in Frankfurt in einer kleinen Jugendherberge waren wir froh, dass wir hier mehr Platz haben.
Gleich am ersten Tag wurden wir ins Kinderheim geführt und uns alles gezeigt. Die Kinder haben sich sehr gefreut und uns alle gleich umarmt. Trotz ihres Schicksals haben sie uns gleich aufgenommen und uns alle Abläufe gezeigt.
Anders als erwartet hat es die Tage nach unserer Ankunft sehr stark geregnet und wir sind das ein oder andere Mal nass geworden.Aber auch kein großes Wunder, denn hier herrscht gerade „Winter“. Es ist im Gegensatz zu Deutschland ein sehr milder Winter, aber dennoch eine Umstellung nach dem späten, aber heißen Sommer in Deutschland.
Heute haben wir ein wenig Nairobi erkundet und ein paar Dinge erledigt, wie Geld umtauschen oder eine neue SIM-Karte zu besorgen. Danach waren wir im Monkey Park von Nairobi. Man konnte den Affen Erdnüsse geben und sie haben uns aus der Hand gefressen. Man musste nur aufpassen, denn die kleinen Affen waren sehr frech!

Grundsätzlich kann ich sagen, dass ich mich hier sehr wohlfühle und mir alles sehr gut gefällt. Ich werde hier regelmäßig meine Erlebnisse teilen, also schaut gerne ab und zu vorbei… Und wer sowieso interessiert an dem ganzen Projekt ist, der kann gerne eine kleine Spende dalassen, denn Gutes tun tut nicht weh! Dankeschön (weitere Infos sind auf der Spendenseite zu finden.)
































